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Am Freitag, dem 10. November 2017, präsentiert die Theaterwerkstatt Rosenstraat 13 einen weiteren Höhepunkt der aktuellen Saison: Julia Kluge aus Paderborn wird ab 19:30 Uhr unter dem Motto "kreuz- und querbeet" aus ihren urkomischen Texten, Geschichten, Anekdoten und Anmerkungen zum Alltäglichen lesen und ihr Publikum mit "irren Ideen" und "bösen Gedanken in viel Humor verpackt" vertraut machen. Wer sie zu Beginn des Jahres während des Poetry-Slams um die "Goldene Dreizehn 2017" erlebt hat, wird sich zu Recht auf ein Wiedersehen und Wiederhören mit der lustigen und originellen Westfälin freuen. Kluge hatte für eine brüllend-komischen Geschichte über ein langes Wochenende in einem geschlossenen schwedischen Möbelhaus die meisten Publikumsstimmen im Vorentscheid erhalten. Den Pokal selbst musste sie dann allerdings kampflos der zunächst zweitplatzierten Gesa Dirks überlassen, weil sie am Tag der Endausscheidung nicht erneut anwesend sein konnte. Julia Kluge entdeckte ihren Spaß und ihr Talent, die Absurdität und die Komik im Verhalten von Menschen und ihrem Umgang miteinander mit geschärftem Ohr und geübtem Blick zu erfassen und anschließend pointenreich und entlarvend, gelegentlich auch überspitzt, darzustellen durch einen "blödsinnigen E-Mail-Austausch" mit ihrer Freundin Suse. Seitdem hat sie überall im Haus Notizblöcke bereitliegen, um sich alle Gedankenblitze zu notieren, aus denen sich vielleicht Geschichten entwicken lassen. Ein unerschöpflicher Quell von Anregungen bietet sich der Hausfrau im Umgang mit den Nachbarn, mit Lehrern und Mitschülern ihrer beiden Kinder, Freunden und Freundinnen sowie der eigenen Familie. Es ist auch schon vorgekommen, dass sie im Auto auf dem Parkplatz eines Supermarktes in ihrer Panik, Beobachtungen und Textideen für immer zu vergessen, rückseitenweise Einkaufszettel und Kassenbons vollgeschrieben hat. Oder sie hat eine gelungene Formulierung so lange vor sich hergesagt, bis sie Gelegenheit fand, sie endlich zu notieren. Mit den daraus entstehenden Texten und Geschichten beteiligt sie sich sie hin und wieder (sehr erfolgreich) an Poetry-Slam Wettbewerben und Lesungen, die in einer Universitätsstadt wie Paderborn und Umgebung sehr zahlreich auf "Offenen Bühnen", der "Lyriker Lounge", Kleinkunstveranstaltungen und Leseabenden angeboten werden. Im Scherz begründete sie ihre Vorfreude auf einen weiteren Auftritt in der Theaterwerkstatt damit, dass dort wohl kaum die Gefahr drohe auf jemanden zu treffen, der sich in einer ihrer Geschichten wiedererkennen könnte. Wenn die Schilderung des Individuellen in Kluges Texten aber immer auch ein Hinweis auf Trends und zeitgeistliche Stömungen ist , kann sie sich dessen wohl nicht so ganz und unbedingt sicher sein. Der Eintritt zu der Lesung ist frei, es wird aber ein Hut herumgehen.